Nāser ad-Dīn Schah


Nāser ad-Dīn Schah, auch Nasereddin Schah (persisch: ناصر الدین شاه []; † 1896 in Teheran), war von 1848 bis 1896 Schah von Persien.

Nāser ad-Dīn Schah stammte aus der Dynastie der Kadscharen. Zu Beginn seiner Herrschaft 1849-1850 gab es religiöse Aufstände der Anhänger des Babismus. Ihr Führer, Sayyid Ali Muhammad al-Bab wird öffentlich exekutiert. 1863 folgte der endgültige Verlust Herats an Afghanistan. Der Schah führte einige westliche Errungenschaften wie etwa ein Postsystem, die Eisenbahn, ein modernes Banksystem und Zeitungen ein. Diese wurden aber nicht in einer Art Marktwirtschaftlichem System eingeführt, sondern 1872 als Monopole an Paul Julius Reuter verkauft. Besonders das Tabakmonopol stieß auf den Widerstand der Iraner und löste einen Aufstand aus. Denn es raubte vielen einheimischen Tabakhändlern die Existenz und erhöhte die Tabakpreise. Der Schah musste es von Geld, das er nicht hatte, zurückkaufen, um seinen Thron zu retten und tat das mit einer Auslandsanleihe. So entstanden die ersten iranischen Staatsschulden.

Nāser ad-Dīn Schah unternahm als erster Schah Auslandsreisen nach Europa ebenfalls auf Kredit, wodurch der Iran in weitere Schulden und Abhängigkeiten geriet. Die Auseinandersetzung um seine Wirtschaftspolitik führten zum Kampf zwischen dem Schah und Dschamal ad-Din al-Afghani. Nāser ad-Dīn Schah wurde 1896 nach dem Freitagsgebet erschossen.

Zitat

Sven Hedin hat Nāser ad-Dīn Schah (=Schah Nasreddin) im Frühjahr 1890 in Teheran besucht und folgendermaßen beschrieben:

An der Stirnseite des Saales, zwischen dem einzigen bis zum Erdboden reichenden Fenster und dem Pfauenthron, stand Schah Nasreddin. Der eigenartige Thron, der einem großen Stuhl mit Rückenlehne und verlängertem Sitz und Stufen gleicht, war mit dicken Goldplatten belegt und mit Edelsteinen besetzt. Er gehörte einst dem Großmogul in Delhi; vor bald zweihundert Jahren hatte ihn Nadir Schah auf seinem indischen Feldzug erobert. - Nasreddin Schah war schwarz gekleidet und trug auf der Brust achtundvierzig riesige Diamanten und auf jedem Schulterstück drei große Smaragde. An der schwarzen Mütze hatte er eine Diamantenagraffe und an der Seite einen krummen Säbel, dessen Scheide mit Juwelen übersät war. Er betrachtete uns unverwandt; seine Haltung war königlich, er stand da wie ein echt asiatischer Despot, seiner Erhabenheit und Macht bewusst.

Weblinks

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